Tonhalle-Orchester Zürich (c)Gaëtan Bally Beethoven 9
Mit Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 9 steht in der Tonhalle Zürich ein Werk auf dem Programm, das wie kaum ein anderes für die Verbindung von sinfonischer Form und menschlicher Stimme steht. Im Zentrum des Konzerts steht dabei der Schlusschor über Schillers „Ode an die Freude“, mit dem Beethoven musikalisches Neuland betrat: Erstmals erhielt in einer Sinfonie der Chor eine tragende dramaturgische Funktion.
DIE FASSUNG VON GUSTAV MAHLER
Diesmal dürfen wir dieses Werk gemeinsam mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Paavo Järvi – allerdings nicht in der heute meistgespielten Originalfassung, sondern in Gustav Mahlers Bearbeitung. Mahler beschäftigte sich intensiv mit Beethovens Sinfonien und passte deren Instrumentation an die veränderten Bedingungen seiner Zeit an. Die Konzertsäle um 1900 waren deutlich grösser geworden, ebenso die Orchesterbesetzungen. In seiner zwischen 1898 und 1901 entstandenen Fassung verstärkte Mahler unter anderem die Bläsergruppen und ergänzte einzelne Stimmen, um die Balance und Transparenz des Klangs im grossen Konzertsaal zu erhalten. Dabei verstand er seine Eingriffe nicht als Neukomposition, sondern als Annäherung an die Klangwirkung, die Beethoven unter den Bedingungen seiner Zeit vermutlich angestrebt hatte.
NEUE HÖRWINKEL
Gerade im Finale eröffnet diese Fassung interessante Perspektiven für Chor und Orchester. Der Chorklang bleibt eng mit dem sinfonischen Geschehen verwoben und tritt zugleich plastisch hervor. Die Zürcher Sing-Akademie übernimmt dabei die zentrale Aufgabe, Schillers Text nicht nur klanglich, sondern auch sprachlich und musikalisch differenziert zu gestalten – vom zurückgenommenen Beginn bis zu den grossen Fugati und den hymnischen Passagen des Schlusses.
Eröffnet wird der Abend durch Orgelimprovisationen von Wayne Marshall, der damit einen freien musikalischen Zugang zu Beethovens Klangwelt schafft. Gemeinsam mit den Soli Mari Eriksmoen, Catriona Morison, Sebastian Kohlhepp und Audun Iversen entsteht so ein Konzert, das bekannte Musik in ein besonderes Licht zu rücken wagt.
KONZERTEINFÜHRUNG: 17.45 UHR
Mari Eriksmoen Sopran
Catriona Morison Alt
Sebastian Kohlhepp Tenor
Audun Iversen Bass
Wayne Marshall Orgel
Zürcher Sing-Akademie
Richard Wilberforce Einstudierung
Tonhalle-Orchester Zürich
Paavo Järvi Leitung
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 9 in d-Moll, Op. 125 (Bearb. Gustav Mahler)


























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